Finissage zur Ausstellung
Ausstellungseröffnung: Phantomspeisung – Lukas Gartiser, Paul Laakmann, Paul Schuseil
Die Emde Gallery eröffnet das Jahr 2026 mit der Gruppenausstellung „Phantomspeisung“, in der Arbeiten von Lukas Gartiser, Paul Laakmann und Paul Schuseil präsentiert werden. Der Titel entstammt der Tontechnik und beschreibt eine unsichtbare Stromversorgung für Mikrofone, durch die flüchtige akustische Signale überhaupt erst hörbar werden.
In der Ausstellung wird dieser Begriff zur Metapher für verborgene Strukturen, die Prozesse im Hintergrund ermöglichen. Das Spannungsverhältnis zwischen dem Unsichtbaren („Phantom“) und dem Konkreten („Speisung“) bildet dabei den Ausgangspunkt zur Ausstellung. Auch unser Alltag ist von solchen unsichtbaren Kräften durchzogen: algorithmische Systeme, digitale Infrastrukturen bis ebenso wie soziale Normen, kulturelle Prägungen und historische Einschreibungen strukturieren unsere Wahrnehmung, Entscheidungen und Handlungsspielräume. Sie eröffnen Möglichkeiten, lenken jedoch zugleich und erzeugen Abhängigkeiten.
Die Arbeiten der drei Künstler greifen diese Zusammenhänge auf unterschiedliche Weise auf. Technische, ordnende und organische Elemente wie Stecker, Kabel, Raster und Fragmente und organische Formen verweisen auf Prozesse des Verbindens, Leitens und Strukturierens. Bereist der zur Ausstellung entwickelte Flyer visualisiert dieses Thema: Das USB-Symbol steht für eine zeitgenössische Form der Phantomspeisung, bei der Energie und Daten parallel übertragen werden.
Es verweist zugleich auf die Keramiken von Paul Schuseil: vergrößerte Nachbildungen von Handy-Ladegeräten mit Lightning Steckern, die durch neue Standards zum Denkmal einer aussterbenden Verbindung werden. Ein am Kabelstrang austreibendes Blättchen verweist auf Lukas Gartisers Zeichnungen, die den Begriff um eine organische Dimension erweitern und im dezentralen Wuchs der Pilea das Prinzip des Rhizoms als Sinnbild offener Systeme begreifen. Das unterliegende Raster wiederum korrespondiert mit den Arbeiten von Paul Laakmann, der blicklenkende Ordnungsstrukturen hinterfragt und das Phantomhafte im indexikalischen Abdruck verschwundener Biografien erfahrbar macht. „Phantomspeisung“ ist Teil der seit 2020 bestehenden Schalttags-Ausstellungsreihe, die alle vier Jahre an wechselnden Orten fortgeführt wird. Die Ausstellung in der Emde Gallery markiert eine Zwischenzeit – als Halbzeit zwischen den Ausgaben 2024 und 2028.
ERÖFFNUNG: Freitag, 23. Januar, 18 bis 20.30 Uhr
AUSSTELLUNGSDAUER: 24. Januar – 28. Februar 2026
FINISSAGE zur Schalttag-Halbzeit: Samstag, 28. Februar 2026, 12 bis 16 Uhr
Künstlerführungen um 12.30 Uhr und 14.30 Uhr
Hinweis
Die Galerie ist leider nicht barrierefrei.
Veranstaltungsort
Veranstalter
Preise
Weiterführende Links
Hinweis
Die Landeshauptstadt Mainz übernimmt keine Gewähr dafür, dass die im Veranstaltungskalender auf www.mainz.de aufgeführten Veranstaltungen wie angekündigt stattfinden. Bitte informieren Sie sich beim jeweiligen Veranstalter über eventuelle Absagen oder Terminverschiebungen.
