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Teil einer mittelalterlichen Urkunde aus dem Archiv nebst Lupe und Kordel.
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Mainzer Firmengeschichte in Wertpapieren - Eine Online-Ausstellung

Mainzer Firmengeschichte in Wertpapieren - Eine Online-Ausstellung

Mit der Online-Ausstellung "Mainzer Firmengeschichte in Wertpapieren" möchte das Mainzer Stadtarchiv regionale Wirtschaftsgeschichte vorstellen. Es wird gezeigt, dass starke unternehmerische Kräfte bereits im 19. Jahrhundert in der Stadt wirkten. Gleichzeitig wird deutlich, dass zu dieser Zeit Umbrüche erfolgten, die in ihrer Dimension den heute anstehenden Veränderungen nicht nachstanden.
Prof. Dr. Volker Beeck und Frank Kinback, die Organisatoren der Ausstellung, sammeln seit Jahrzehnten Wertpapiere mit Bezug zu Mainz. Aus ihren Sammlungen stammen die ausgestellten Stücke. Mit erläuternden Texten beschreiben die Organisatoren Geschichte und Bedeutung der Unternehmen und Institutionen für die Stadt Mainz.

Bausparkasse Mainz Aktiengesellschaft (BKM)

Inhaberaktie mit der Nummer 00131 im Nennwert von 1.000 Reichsmark. Format: 31,0 cm x 22,9 cm. Die ca. 1932 ausgegebene Emission umfasste 150 Aktien im Nennwert von jeweils 1.000 Reichsmark und belief sich damit auf einen Gesamtbetrag von 150.000 Reichsmark. Ein Bogen mit dem Gewinnanteilschein Nr. 20 nebst Erneuerungsschein ergänzt die Aktie. Stempel: „Der Firmenname lautet ab 9. August 1934: Bausparkasse Mainz, Aktiengesellschaft“ sowie „Nennwert berichtigt auf RM 1100,00“.

Ein Haus für jedermann

Die BKM wurde am 15. September 1930 als „Bau- und Wirtschafts Aktiengesellschaft Bausparkasse Mainz“ in Mainz gegründet. Grundidee war, ein eigenes Hausprogramm mit Finanzierung zu kombinieren. 1934 wurde das Unternehmen in „Bausparkasse Mainz Aktien-Gesellschaft“ umbenannt. Bis 1938 finanzierte das Unternehmen mit rund 29 Millionen RM 3.000 Häuser und verdoppelte die Finanzierungssumme bis 1940.

Wirtschaftliche Expansion in der Nachkriegszeit

In den 1960er Jahren begann das Unternehmen, seine Kunden auch zu den Themen Wohneigentum und Altersvorsorge zu beraten. Später wurden neben Bauspardarlehen auch Hypothekenfinanzierungen sowie ein eigenes Hausprogramm angeboten. 1982 gründet die BKM die einhundertprozentige Tochtergesellschaft „Mainzer Haus Vertriebs GmbH“, die heute als „BKM ImmobilienService GmbH“ im Bereich der Immobilienvermittlung tätig ist. 1966 erfolgte die Eröffnung des 100.000. Bausparkontos und sechs Jahre später wurde das 200.000. Bausparkonto eröffnet. Durch eine Partnerschaft mit der Inter Versicherungsgruppe vermitteln die Außendienstmitarbeiter der BKM seit 1993 auch Versicherungs- und Vorsorgeprodukte.

Die BKM heute

Bis Anfang 2011 war die BKM eine der großen privaten deutschen börsennotierten Bauspar-Aktiengesellschaften. Im Rahmen eines Squeeze-Out wurden die Minderheitsaktionäre von der INTER Versicherungsgruppe aus dem Unternehmen gedrängt. Der Umsatz der BKM betrug in 2024 42,4 Mio. EUR. Die Anzahl der Lohn- und Gehaltsempfänger in Vollzeitäquivalenten zum 31.12.2024 betrug 187.

Casino im Frankfurter Hof

Anteilschein mit der Nummer 0414 der Ausgabe vom 1. April 1889 im Nennwert von 100 Mark. Format: 24,8 cm x 35,4 cm. Dekoratives Namenspapier mit Originalunterschriften und einer Umrahmung durch eine Girlande aus Blumen und Früchten. 1925 umgestempelt auf Hundert Reichsmark. Ein Bogen mit zehn Gewinnanteilscheinen Nr. 11 bis 20 für die Jahre 1929 bis 1938 nebst Erneuerungsschein ergänzt die Urkunde. Auf der Innenseite befindet sich ein Stempel, wonach der Liquidationserlös (Teilbetrag) dieses Anteilscheins in Höhe von 864,50 DM am 21. September 1972 an den Inhaber ausgezahlt wurde. Das Papier war demnach noch zur DM-Zeit gültig.

Zunächst Gasthaus für die Mainzer Fastnachter

Das Gasthaus "Zum Frankfurter Hof" in der Augustinerstraße 55 im Herzen der Mainzer Altstadt wurde 1834 von Konrad Falck erworben. Dieser baute einen Saal an, um den immer größer werdenden Bedarf an Versammlungsstätten für den Mainzer Karneval zu decken. Der Frankfurter Hof wurde zur politischen Versammlungsstätte und zum Treffpunkt des engagierten Bürgertums. 1864 kauften Johann Falck und Andreas Schmidt das Gebäude für den 1863 gegründeten Katholischen Lese-verein, der sich im Juni 1864 in “Casino-Gesellschaft im Frankfurter Hof” umbenannte. Ab 1865 wurde der Saal u.a. dem „Mainzer Carneval Verein“ für die Veranstaltungen der Kampagne überlassen. 1938 diente der Frankfurter Hof unter anderem als Auffanglager für jüdische Flüchtlinge aus den rheinhessischen Dörfern.

Umgestaltung zum Kulturzentrum

1989 erfolgte die Grundsteinlegung für die Sanierung des Frankfurter Hofes; die Wiedereröffnung fand am 10. März 1991 statt. Aktuelle Eigentümerin dieses historischen Wahrzeichens der Stadt Mainz ist die Kulturzentren Mainz GmbH (KMG); im Spätsommer 2025 wurde die Modernisierung des Foyers abgeschlossen. Ob Jazz, Klassik, Comedy, Kabarett oder Kinderprogramm – der Frankfurter Hof bleibt ein Zuhause für Vielfalt und Qualität in der Mainzer Kulturszene.

Chemische Werke vorm. H. & E. Albert in Amöneburg bei Biebrich a. Rh.

Inhaberaktie mit der Nummer 05152 im Nennwert von 1.000 Mark aus der Emission vom 23. Juli 1895. Format: 35 cm x 25 cm. Ausgegeben wurden 10.000 Aktien. Stempel verweisen auf die Ausübung von Bezugsrechten und die Herabsetzung der Aktie auf 300 Reichsmark.

Es begann mit Dünger aus Schlachtabfällen

1858 gründete der Apotheker und Chemiker Johann Heinrich Albert (1835 bis 1908) zusammen mit seinem Bruder Eugen Albert (1830 bis 1879) bei Biebrich ein Werk zur Herstellung von Dünger aus Schlachtabfällen. Bereits 1861 wurde der expandierende Betrieb nach Amöneburg im Großherzogtum Hessen verlegt. Weltgeltung erlangte das Unternehmen durch seine Entwicklungen von Düngemitteln. Mit dem seit 1871 hergestellten Doppelsuperphosphat wurde den Landwirten ein phosphat- und calciumhaltiges Düngemittel angeboten. Weiterhin gelang es 1884, durch besondere Mahlverfahren Thomasschlacke aus der Stahlproduktion zu Phosphatdünger zu verarbeiten. Die Personengesellschaft wurde 1895 in die Aktiengesellschaft „Chemische Werke vorm. H. & E. Albert“ eingebracht.

Umstellung der Produktion auf Pharmazeutika

Infolge des Ersten Weltkriegs kam es in den europäischen Nachbarstaaten zur Enteignung der dortigen Werke. Da das Geschäft mit Düngemitteln und Chemikalien zurückging, stellte das Unternehmen seine Produktion ab 1922 auf Pharmazeutika um. Ab 1938 firmierte die Gesellschaft dann als „Chemische Werke Albert“.

Hoechst übernimmt

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das weitgehend zerstörte Werk in Amöneburg wiederaufgebaut. Die Hoechst AG übernahm 1964 die Aktienmehrheit und gliederte die Chemischen Werke Albert AG 1972 in den Konzern ein. Nach der 1989 erfolgten Zusammenlegung mit dem benachbarten Werk Kalle ist die Gesellschaft heute Bestandteil des Industrieparks Wiesbaden (Kalle-Albert).

Chr. Adt. Kupferberg & Co. Kommanditgesellschaft auf Aktien

Namensaktie mit der Nummer 2475 im Nennwert von 300 Reichsmark aus der Emission vom 2. Januar 1937. Format: 29,7 cm x 21,2 cm. Namensaktien sind auf den Namen des Inhabers ausgestellt. Ihre Übertragung erfolgt in schriftlicher Form (Indossament). Entsprechende Vermerke sind auf der Rückseite der Aktie angebracht. Darunter findet sich eine Übertragung mit der Originalunterschrift von E. Kupferberg.

Der Weg zum Sektfabrikanten

Christian Adalbert Kupferberg (1824 bis 1876) absolvierte eine Lehre zum Exportkaufmann in Mannheim. Das Duell mit einem preußischen Offizier (1845) trug ihm eine neunmonatige Festungshaft ein. Erste Erfahrungen mit der Sektherstellung sammelte er ab 1847 in der Zusammenarbeit mit einem Rheingauer Weingutsbesitzer. Nach der Trennung der Partner gründete Chr. Adt. Kupferberg 1850 als selbständiger Kaufmann eine eigene Sektkellerei in Laubenheim bei Mainz. Als 1855 das Gelände auf dem Kästrich in Mainz zur gewerblichen Nutzung freigegeben wurde, verlegte er seinen Betrieb dorthin, wo er die tiefste Kellerei der Welt anlegte. Über sieben Stockwerke geschichtet, erreicht sie eine Tiefe von 50 Metern.

Eine führende Sektmarke

Zum Wachstum des Unternehmens trug der unter der Marke „Kupferberg Gold“ ab 1851 vertriebene Sekt bei. Kupferbergs Stärke lag im Vertrieb. Konsequent nutzte er den Schutz des Markenrechts und Werbung in den Printmedien. Geschäftliche Kontakte nach Großbritannien erschlossen Exportmöglichkeiten bis in die englischen Kolonien. Günstig wirkte sich der Ausbau des Eisenbahnnetzes aus, an das Mainz 1853 Anschluss fand. Das Einzelunternehmen wurde 1863 in eine Kommanditgesellschaft erweitert und erfuhr 1872 die Umwandlung in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien.

Lange Zeit im Familienbesitz

Die Firma Kupferberg wurde von Söhnen, Enkeln und Urenkeln des Gründers fortgeführt. 1978 ging die Aktienmehrheit an die Racke GmbH aus Bingen. Im Zuge einer strategischen Neuausrichtung der Racke-Gruppe wurde die Kupferberg-Kellerei 2008 an eine Tochtergesellschaft der Grand Chais der France übertragen. In Kupferbergs ehemaligen Gebäuden auf dem Kästrich betreibt heute die Eulchen GmbH eine Braustätte nebst Gaststätte und Bierausschank.

Continentale Bank- und Handels-Aktiengesellschaft Mainz

Inhaberaktie mit der Nummer 76233 der Ausgabe vom Januar 1923 im Nennwert von 1.000 Reichsmark. Format: 27,5 cm x 23,1 cm. Die Emission umfasste 115.000 Aktien im Nennwert von jeweils 1.000 Reichsmark und belief sich damit auf einen Gesamtbetrag von 115.000.000 Reichsmark. Ein Bogen mit zehn Gewinnanteilscheinen der Nummern 3 bis 12 für die Geschäftsjahre 1923 bis 1932 nebst Erneuerungsschein ergänzen die Aktie. Die Gewinnanteilscheine waren bei den als Zahlstellen fungierenden Kreditinstituten zur Auszahlung der Dividenden vorzulegen.

Tochtergesellschaft der Ludwig Ganz AG

Die „Continentale Bank- und Handels-AG“ wurde 1920 gegründet. Neben der Ludwig Ganz AG gehörten zum Kreis der Gründer der Barmer Bankverein Hinsberg, Fischer & Comp. KGaA., Barmen, die Nationalbank für Deutschland sowie fünf weitere Bankiers. Aufgabe der Gesellschaft war es, das Exportgeschäft der Ludwig Ganz AG zu unterstützen. Als Vertreter der Familie Ganz waren Dr. Hermann Ganz im Vorstand und Felix Ganz im Aufsichtsrat vertreten. Niederlassungen wurden in Berlin und Hamburg betrieben.

Das Ende in den 20er Jahren

1924 wurde die Liquidation des Kreditinstituts eingeleitet. Bedeutende Vermögenswerte der im Im- und Export tätigen Gesellschaft befanden sich allerdings in Russland, Persien, Polen und Ägypten, was das Liquidationsverfahren deutlich erschwerte.

Dampfschiffahrts-Gesellschaft für den Nieder- und Mittel-Rhein, Wahlbezirk Mainz

Namensaktie mit der Nummer 2108 aus der Erstemission vom 31. Dezember 1839. Originalunterschriften von Daniel von der Heydt, (Gerhard) Baum und J(ohann) J(acob) d’Avis. Letzterer war von 1849 bis 1853 Präsident der Handelskammer Mainz. Format: 35,5 cm x 28,3 cm. Ursprünglicher Nennwert 200 Taler Courant. Dabei handelte es sich um die Angabe in einer tatsächlich umlaufenden Währung. Nach der 1838 in Dresden beschlossenen Münzkonvention wurden aus 233,855 Gramm Feinsilber 14 Taler geprägt. Bei einem Silberpreis von 1,0585 € pro Gramm (30. Juli 2025) wies ein Taler den Wert von 17,68 € auf. Stempelaufdrucke mit den Umstellungen auf Goldmark und Mark (= Mk.) sind Ausdruck der bewegten deutschen Währungsgeschichte. Notierung der Aktie an den Börsen in Köln und Düsseldorf.

Dampfschiffe auf dem Rhein

Auf dem Rhein erreichten Dampfschiffe erstmals 1816 Köln und 1825 Mainz. Bau und Betrieb dieses neuen Schiffstyps erforderten einen erheblichen Kapitalbedarf, den Einzelpersonen nicht aufbringen konnten. Deshalb kam es zur Gründung von Schifffahrtsgesellschaften. So wurden 1825 in Köln die „Preussisch-Rheinische Dampfschiffahrts-Gesellschaft“ (PRDG) und 1836 in Düsseldorf die „Dampfschiffahrts-Gesellschaft für den Nieder- und Mittel-Rhein“ (DGNM) gegründet. Die Aktien der DGNM wurden nach den Wahlbezirken Elberfeld (heute zu Wuppertal gehörend), Mainz, Düsseldorf, Koblenz und Nassau-Neuwied ausgegeben. Jede Gruppe wählte separat ihre Mitglieder des Aufsichtsrats.

Konkurrenz und neue Märkte: die KD entsteht

Die sich rasch entwickelnde Gesellschaft geriet in eine intensive Konkurrenzsituation mit der PRDG. Mit Wettfahrten und absichtlichen Kollisionen von Schiffen erreichten die Auseinandersetzungen ihren Höhepunkt. Im Wettbewerb mit der ab 1844 aufkommenden Eisenbahn verlegten sich die Schiffahrtsgesellschaften auf den Erholungsverkehr mit Strecken- und Ausflugsfahrten. Aus der 1853 zwischen DGNM und PRDG begründeten Betriebsgemeinschaft erwuchs 1925 die „Köln-Düsseldorfer Rheinschiffahrt GmbH“ zur Zentralisierung der beiden Verwaltungen. Mit der Fusion der einstigen Rivalen entstand 1967 die kurz als KD bezeichnete „Köln-Düsseldorfer Deutsche Rheinschiffahrt AG“.

Deutsche Vereinsbank

Deutsche Vereinsbank

Aktie aus der Emission vom 1. März 1873. Format: 38,5 cm x 25 cm. Der Nennwert des Wertpapiers beläuft sich auf 600 Mark. Ergänzend finden sich die damals im Deutschen Reich noch als Zahlungsmittel gültigen Währungseinheiten von Gulden und Talern. Den Anschluss an die Währungen Frankreichs und der Schweiz bewirkt die Wertangabe in Franken. Nach Angaben der Deutschen Bundesbank entspricht eine Mark aus dem Jahr 1873 dem Wert von 8 Euro im Jahr 2024. Stempel über die Beteiligung an Kapitalerhöhungen (= Ausübung von Bezugsrechten) in den Jahren 1921 und 1928.

Eine Frankfurter Bank in Mainz

Die Deutsche Vereinsbank wurde 1871 in Frankfurt am Main von mehreren Banken als Aktiengesellschaft gegründet. Im Zuge seiner Expansionsstrategie übernahm das Institut mehrere Privatbankhäuser in Mainz, Wiesbaden, Frankfurt und Hanau. Ein bedeutendes Engagement ging die Deutsche Vereinsbank mit ihrer 63prozentigen Beteiligung an der 1872 gegründeten Internationalen Baugesellschaft ein. Diese führte allerdings selbst keine Bauprojekte aus. Zur Realisierung ihrer Vorhaben kam es ab 1873 zur engen Kooperation mit dem Frankfurter Bauunternehmer Philipp Holzmann.

Partner in Mainz: Kronenberger & Co.

Ein intensiver Kontakt der Deutschen Vereinsbank zur Stadt Mainz erwuchs aus ihrer Verbindung mit dem als Kommanditgesellschaft geführten Mainzer Privatbankhaus Kronenberger & Co. Von Ludwig Kronenberger 1890 gegründet, hatte es sich einen hervorragenden Ruf erworben, der weit über die Stadt Mainz hinausreichte. Sein Schwerpunkt lag im Wertpapiergeschäft. Aufgrund des wachsenden Geschäftsumfangs errichtete Kronenberger & Co. 1911 ein repräsentatives Geschäftsgebäude in der Großen Bleiche. Es überstand den Zweiten Weltkrieg unbeschädigt, wurde aber 1968 für den Neubau der Commerzbank abgerissen.

Aufkäufe und Fortleben

An der Kommanditgesellschaft Kronenberger & Co. beteiligte sich die Deutsche Vereinsbank 1906 als Kommanditist. Das Bankhaus Kronenberger wurde 1928 an die Commerz- und Privatbank AG, die spätere Commerzbank AG, verkauft. Die Deutsche Vereinsbank verlor ihre Selbständigkeit durch die 1929 erfolgte Fusion mit der Deutschen Effecten- und Wechselbank, Frankfurt am Main, die bis heute besteht.

Dyckerhoff Aktiengesellschaft

Inhaberaktie mit der Nummer 3838 im Nennwert von 100 Reichsmark aus der Emission vom Dezember 1935. Format: 29,7 cm x 21,0 cm. Ausgegeben wurden 21.000 Aktien.

Aufstieg des Familienunternehmens

Nach einem anfänglichen geschäftlichen Misserfolg gründete Wilhelm Gustav Dyckerhoff 1864 gemeinsam mit seinen beiden Söhnen Gustav und Rudolf in Amöneburg die Portland-Cement-Fabrik Dyckerhoff & Söhne. Mit dem 1871 erworbenen Kalksteinbruch in Biebrich wurde die Rohstoffbasis für die Herstellung von Zement abgesichert. Rasch wuchs das Unternehmen und beschäftigte 1883 bereit 500 Mitarbeiter. Ein spektakulärer Großauftrag kam 1884 aus den USA über die Lieferung von 1.360 Tonnen Portlandzement für den Bau der New Yorker Freiheitsstatue.

Innovationen als Wachstumstreiber

Als Erfolgsfaktoren für die Entwicklung des Unternehmens erwiesen sich Innovationen. So ermöglichten die 1909 eingeführten Drehrohröfen eine erhebliche Steigerung der Produktionsmengen. Der 1931 erfundene Weißzement verfügt noch immer über Symbolkraft. Als erster Baustoffhersteller transportierte Dyckerhoff ab 1949 den Zement in speziellen Silofahrzeugen auf die Baustellen. Als weiteres Aktionsfeld kam das Geschäft mit Transportbeton hinzu.

Dyckerhoff wird ein internationaler Konzern

1911 wurde Dyckerhoff in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung umgewandelt. Etwa 1931 entstand daraus eine Aktiengesellschaft. Fusionen und Erwerbe von Beteiligungen im europäischen Ausland führten zu externem Wachstum. Das Netz von Tochtergesellschaften reichte in die USA, Tschechien, Polen, Russland und die Ukraine.

Ein neuer Gesellschafter

Sukzessive erwarb die italienische Buzzi Unicem S.p.A. bis 2013 sämtliche Aktien an der Dyckerhoff AG. Deren Börsennotierung wurde aufgegeben und 2014 erfolgte die Umwandlung in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung zur besseren Integration in den neuen Konzern. Die Buzzi-Unicem Gruppe ist weltweit aktiv und beschäftigt etwa 10.000 Mitarbeitende. In Deutschland werden ca. 110 Zement- und Transportbetonwerke betrieben.

Elster & Co., Aktiengesellschaft

Blankette einer Inhaberaktie mit einem Nennwert von 100 Deutsche Mark aus dem Januar 1957. Dieses Stück wurde nicht als Aktie in Umlauf gebracht. Format: 21,0 cm x 29,8 cm.

Geniale Erfindung

Johannes Siegmar Elster (1823 bis 1891) gründete 1848 sein Unternehmen zur Fertigung von Gaslampen und -laternen in Berlin. Bereits 1876 wurde ein Werk in Mainz errichtet. Mitbegründer der darauf als Gasmesserfabrik Elster & Cie gegründete Gesellschaft war der Ingenieur Emil Haas. Ihm gelang die Entwicklung eines Gasmessgeräts, für das ihm 1878 ein Patent erteilt wurde. Die geniale Erfindung ermöglichte die präzise Messung eines Gasvolumenstroms. Nach dem zugrundeliegenden Prinzip des Galgengaszählers funktionieren noch heutige Messgeräte. Während der Hauptsitz in Berlin verblieb, beschäftigte das als Filiale geführte Werk in Mainz zu dieser Zeit etwa 500 Mitarbeiter. Während des Ersten Weltkriegs stellte das Werk in Mainz die Produktion auf Granatzünder um.

Von Berlin nach Mainz

1927 wurde das als offene Handelsgesellschaft geführte Unternehmen in eine Ak-tiengesellschaft unter der Firma Elster & Co. A.-G. in Mainz umgewandelt. Dabei wurden in mehreren Städten geführte Teilbetriebe in die Gesellschaft eingebracht. Das Aktienkapital belief sich auf 1.900.000 Reichsmark. Während des Zweiten Weltkriegs wurden das Werk in Mainz zerstört. Nach dem Wiederaufbau und der Herstellung von Haushaltsgeräten war die Produktionsleistung der Vorkriegszeit bereits 1948 wieder erreicht. Nachdem das Betriebsgelände in Mainz in der Rheinallee 31 veräußert war, verlegte die Gesellschaft ihren Betrieb 1966 nach Mainz-Kastel.

Champion auf dem Weltmarkt

In der Folgezeit kam es zu einem erneuten Wechsel der Rechtsform in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Zahlreiche Veränderungen im Kreis der Gesellschafter ließen die Gesellschaft 2015 zu einem Bestandteil der Honeywell-Gruppe werden. Das aktuelle Produktportfolio des Weltmarktführers für Gastechnik umfasst die Kategorien Gasanalyse, -druckregulierung, -elektronik und -messung.

Gasapparat- & Guss-Werks Aktiengesellschaft

Inhaberaktie mit der Nummer 1566 im Nennwert von 300 Mark aus der Emission vom 22. Februar 1878. Format: 28,8 cm x 25,4 cm. Das Volumen der Emission umfasste 3.600 Aktien von je 300 Mark. Mehrere Stempel verdeutlichen die Ausübung von Bezugsrechten bei mehreren Kapitalerhöhungen. Die Aktie wurde später auf 20 Reichsmark umgestellt. Auf der Rückseite sind die wichtigsten Regelungen aus dem Statut (Satzung) der Gesellschaft abgedruckt.

Herstellung von Beleuchtungskörpern und Armaturen

Das 1843 gegründete Unternehmen wurde 1861 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Es befasste sich zunächst mit der Herstellung von Beleuchtungskörpern und Armaturen sowie der Gießerei von Laternen aus Eisen und Bronze. Der Zeit-punkt für die Gründung war gut gewählt, denn 1844 beschloss der Mainzer Stadtrat die Einführung der Gasbeleuchtung. Die Ausführung vollständiger sanitärer Anlagen ergänzten das Produktionsprogramm. Mit der Verbreitung der elektrischen Beleuchtung erwuchsen neue Tätigkeitsfelder. Die Gesellschaft wurde zum industriellen Großbetrieb mit bis zu viertausend Arbeitnehmern. In Mainz wurde an Standorten in der Neutor-, Holzhof- und Dagobertstraße produziert. Im dortigen als „Lampenfabrik“ bezeichneten Gebäude befindet sich seit 2001 der Sitz der Handwerkskammer Rheinhessen. Zuvor diente es Künstlern als Atelier und wurde von der GERU-Leuchtenfabrik Gebrüder Rudolf GmbH & Co, KG genutzt.

Expansion in europäische Dimension und Niedergang

Zum Kundenkreis gehörte eine Vielzahl von Theater- und Opernhäuser. Ausgestattet wurden ganze Schlösser, Paläste und Kirchen. Die Gesellschaft erwarb Beteiligungen in Russland und der Schweiz und begründete zahlreiche Filialen. Während des Ersten Weltkriegs wurde die Produktion auf die Herstellung von Munitionsteilen (Zündern) umgestellt. In den Nachkriegsjahren gelang es nicht, wettbewerbsfähige Erzeugnisse anzubieten. So kam es 1925 zur Insolvenz, die ab 1926 zur Liquidation der Gesellschaft führte. Teile der Werksanlagen übernahm als örtlicher Wettbewerber die Elster & Co. AG.

Grossherzoglich Hessische Staatsschuldverschreibung

Auf den Inhaber lautende Urkunde mit der Nr. 181126 datierend auf den 3. Oktober 1896. Gedruckt in der Reichsdruckerei in Berlin. Format: 21,0 cm x 32,6 cm. Nennwert 200 Mark in Reichswährung. Ausgestattet mit einem Erneuerungsschein und Zinsscheinen für den 1. Juli 1925 und 2. Januar 1926.

Die Ludwigsbahn als Privatbahn

Nach langjährigen Vorbereitungen eröffnete die als private Aktiengesellschaft betriebene Hessische Ludwigsbahn (= HLB) im November 1853 ihre Stammstrecke von Mainz über Worms bis in bayerische Ludwigshafen. Namensgeber der Gesellschaft war Ludwig III., der damals amtierende Großherzog von Hessen.

Verstaatlichung der Bahn in Preußen: Ein Weg aus dem Tarif-Gewirr

In der Anfangszeit der Eisenbahn hatte sich in den Staaten des Deutschen Bundes ein gemischtes System von privaten und staatlichen Betreibern herausgebildet. Später sahen sich die Privatbahnen zunehmender Kritik ausgesetzt. Das Nebeneinander von 63 Eisenbahndirektionen ergab ein Gewirr von mehr als 1.300 Tarifen im Güter- und Personenverkehr. Wechsel zwischen den Betriebsbereichen verschiedener Verwaltungen verursachte bürokratischen Aufwand und Zeitverluste. Hinzu kam der Vorwurf überhöhter Tarife durch Ausnutzung von Monopolstellungen. Bemühungen der Reichsregierung um eine einheitliche Eisenbahn scheiterten am Widerstand einzelner Bundesstaaten. Daraufhin betrieb das Königreich Preußen die Verstaatlichung der Privatbahnen im eigenen Einflussbereich. Durch die Dominanz der „Königlich Preußische Staatseisenbahnen“ (K.P.St.E.) geriet die HLB wie andere Privatbahnen unter wirtschaftlichen Druck.

1896: Auch die Ludwigsbahn wird Staatsbahn

Um dem Niedergang der HLB Einhalt zu gebieten, schloss Hessen mit dem Königreich Preußen einen Staatsvertrag wegen der gemeinschaftlichen Verwaltung des beiderseitigen Eisenbahnnetzes. Im Juli 1896 erwarben beide Staaten das gesamte Unternehmen der HLB mit allen Rechten und Verpflichtungen. Zur Finanzierung des auf Hessen entfallenden Teils des Kaufpreises wurde die hessische Regierung ermächtigt, Anleihen im Nominalbetrag von höchstens 93.250.000 Mark aufzunehmen. Sie waren mit 3 % pro anno halbjährlich zu verzinsen.

Julius Sichel & Co. Kommandit-Gesellschaft auf Aktien

Auf den Inhaber ausgestellte Aktie mit der Nummer 171 im Nennwert von 1.000 Mark Reichswährung. Format: 21,7 cm x 34,6 cm. Das ursprüngliche Emissionsvolumen belief sich auf 600.000 Mark. Ab 1922 wurden die Aktien an den Börsen in Frankfurt a. M., München, Köln, Genf und Basel gehandelt. Stempelaufdrucke zeigen die Ausübung von Bezugsrechten und die Umstellung auf den Wert von 40 Reichsmark. Die Aktie zeigt die Unterschrift von Ferd. Sichel und wurde bei E. M. Mayer in Mainz gedruckt.

Von der Eisenhandlung zum europäischen Konzern

Julius Sichel gründete 1815 in Mainz eine Eisenhandlung. Das Unternehmen entwickelte sich im Laufe des 19. Jahrhunderts zu einer der bedeutendsten Eisenhandlungen im südwestdeutschen Raum. 1907 kam es zur Gründung einer Zweigniederlassung in Luxemburg. Inzwischen zur offenen Handelsgesellschaft erweitert, brachten deren Inhaber Ferdinand Sichel und Alfred Ganz ihre unternehmerischen Vermögenswerte 1907 in die neu gegründete Julius Sichel & Co., K.-G. a. A. mit Sitz in Mainz ein. Die Gesellschaft baute einen umfangreichen Beteiligungsbesitz auf. Ihre Interessen lagen vornehmlich bei Unternehmen aus den Bereichen der Bergwerks- und Hüttenindustrie. Dazu gehörten u. a. Aktienpakete an der Gasapparat u. Gusswerk A.-G., Mainz und der Westbank Aktiengesellschaft, Frankfurt am Main. Der Konzern umfasste bis zu sechzig Beteiligungsgesellschaften in Luxemburg, Frankreich, Belgien und der Schweiz.

Die Gesellschaft wird Opfer der Inflationszeit

Das umfangreiche Beteiligungsportfolio war weitgehend durch Kredite finanziert. Deren Bedienung stieß auf zunehmende Schwierigkeiten und führte zur Zahlungsunfähigkeit. Daraufhin beschloss die Generalversammlung 1926 die Auflösung der Gesellschaft und bestellte Joseph Ganz als Liquidator. 1932 erfolgte die Löschung von Amts wegen.

Kostheimer Cellulose- und Papierfabrik A.-G.

Genußrechtsurkunde aus dem März 1926. Format: 21,0 cm x 29,7 cm mit einem Nennwert von 100 Reichsmark. Der Urkunde sind auf einem separate Bogen 10 Gewinnanteilscheine und ein Erneuerungsschein beigegeben. Der Inhaber der Urkunde ist am Gewinn der Gesellschaft bis zu einem Satz von 4,5 Prozent beteiligt. Weitere Rechte eines Aktionärs stehen ihm grundsätzlich nicht zu.

Halb Kostheim schafft beim Disch

Der erfolgreiche Mainzer Unternehmer Hubert Anton Disch (1821 bis 1891) errichtete 1885 eine Fabrik zur Herstellung von Zellulose in Kostheim am Main. Dazu wurde am 1.6.1885 eine Aktiengesellschaft gegründet. Bei Gründung belief sich das Aktienkapital auf 400.000 Mark. Die Aktien wurden an den Börsen in Mannheim und Berlin gehandelt. Zunächst leitete Philipp Hubert Disch (1863 bis 1902), ein Sohn des Gründers, das Unternehmen. Ab 1892 wurde mit der Herstellung von Papier begonnen. Mit ca. 550 Mitarbeitern war die Zellulose- und Papierfabrik 1913 zum größten Arbeitgeber Kostheims geworden, das damals etwa 7.500 Einwohner hatte.

Krise in den 20er Jahren

Erster Weltkrieg, Inflation und französische Besatzung verursachten erhebliche wirtschaftliche Schwierigkeiten und ließen die Gesellschaft unrentabel werden. Nach gelungener Sanierung erfolgte 1926 eine Veräußerung der Gesellschaft an den Verein für Zellstoffindustrie im schlesischen Oberleschen. Aufgrund von Absatz- und Preisrückgängen kam es 1931 zur Zahlungseinstellung. Aus dem gerichtlichen Vergleichsverfahren ging 1933 die Vereinigte Zellstoff- und Papierfabriken Kostheim-Oberleschen AG mit Sitz in Mainz hervor. Im Zuge einer Konzentrationswelle in der Papierindustrie erwarb die Zellstofffabrik Waldhof AG in Mannheim drei Jahre später die Aktienmehrheit an der Mainzer Gesellschaft.

Zukunft als Essity

1970 kam es dann zur Fusion der Zellstofffabrik Waldhof AG mit der Aschaffenburger Zellstoffwerke AG zur Papierwerke Waldhof Aschaffenburg (PWA). Den deutschen Papierhersteller übernahm ab 1975 schrittweise die schwedische SCA-Gruppe und baute sie bis 2013 zur Alleinbeteiligung aus. Heute stellt das hochmoderne Werk in Kostheim Hand-, Wisch- und Reinigungstücher aus Papier für gewerbliche Anwender her, die unter dem Namen „Essity“ vermarktet werden.

Ludwig Ganz Aktiengesellschaft Mainz

Inhaberaktie mit der Nummer 9891 der Ausgabe vom 23. Dezember 1923 im Nennwert von 20 Reichsmark. Format: 21,0 cm x 29,8 cm. Die Emission umfasste 24.200 Aktien im Nennwert von jeweils 20 Reichsmark und belief sich damit auf einen Gesamtbetrag von 484.000 Reichsmark. Als Besonderheit ist die Originalunterschrift von Prof. Adam Ganz, London, dem Urenkel von Felix Ganz, auf der Urkunde hervorzuheben.

Der Weg zum bekannten Teppichhaus

1830 gründete Hermann David Ganz (1788 bis 1830) ein Manufakturwaren- und Möbelgeschäft in der Flachsmarktstraße 9. Sein Sohn Ludwig (1823 bis 1905) erweiterte es in der Ludwigstraße 2 um den Handel mit Orient-Teppichen, Kunstgegenständen und Textilerzeugnissen. Felix Ganz (1869 bis 1944) baute 1919 ein Geschäfts- u. Lagerhaus in der Binger Straße 26. Die Gründung der Aktiengesellschaft erfolgte im Jahr 1913. Zweck war der Betrieb von Handelsgeschäften aller Art, insbesondere die Weiterführung des früher von der Firma Ludwig Ganz betriebenen Geschäftsunternehmens. Es bestanden Zweigniederlassungen in Wiesbaden und Berlin. 1920 erfolgte die Gründung der Tochtergesellschaft "Continentale Bank- und Handels-AG".

Der wirtschaftliche Niedergang

Im Juli 1930 kam es zu einem Zwangsvergleich der Gesellschaft mit ihren Gläubigern. Wie von der Verwaltung ausgeführt wurde, musste die Gesellschaft infolge der katastrophalen Verschlechterung der Geschäftslage die Zahlungen einstellen. Als Hauptgrund für den Zusammenbruch wurde der Mangel an eigenem Kapital angeführt, der die Gesellschaft gezwungen habe, hohe Kredite in Anspruch zu nehmen. Die Gesellschafterversammlung vom 18. Oktober 1930 beschloss die Liquidation der Gesellschaft. Dem folgte 1933 der Konkurs.

Arisierung, Deportation, Ermordung im Nationalsozialismus

Der frühere Vorstand Kommerzienrat Felix Ganz führte den Geschäftsbetrieb mit einer neuen GmbH weiter. 1936 wurde die Firma ohne Entschädigung „arisiert". Die Eheleute Felix und Erna Ganz wurden am 27. September 1942 nach Theresienstadt und 1944 nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.

Mainzer Actien-Bierbrauerei

Inhaberaktie aus der Emission vom 1. Januar 1873. Format: 24,1 cm x 21,7 cm mit einem Nennwert von dreihundert Reichsmark. Unterschrift des Direktors A(dolf) Jung. Gedruckt in der Graphischen Kunstanstalt des Mainzer Bürgermeisters Carl Wallau. Nach der Hyperinflation in den Jahren 1922/1923 auf Goldmark umgestellt (1924). Stempel über die Beteiligung an Kapitalerhöhungen (= Ausübung von Bezugsrechten) in den Jahren 1888 und 1894. An der Börse in Frankfurt am Main gehandelt.

Bier mit bayrischem Know-How

Der Gewürzhändler Johann Strigler, der Bankier Abraham Mayer jr. und der Kaufmann Wilhelm Boos gründeten 1859 mit einem Kapital von 600.000 Gulden eine Aktiengesellschaft, um eine Brauerei zu betreiben. Die fachliche Expertise lieferte Ludwig Brey, der Inhaber der Münchener Löwen-Brauerei. Nach ihm firmierte die Gesellschaft zunächst als „Brey’sche Aktienbrauerei“. 1861 begann in den auf dem Kästrich errichteten Gebäuden die Produktion. 1872 endete die Zusammenarbeit mir Ludwig Brey und die Gesellschaft wurde in „Mainzer Actien-Bierbrauerei“ (= MAB) umbenannt. Über drei Generationen übten Mitglieder der Familie Jung Leitungsfunktionen in der Aktiengesellschaft aus. Durch seine Vermählung mit Bertha Jung (1867) heiratete der Komponist und Dichter Peter Cornelius (1824 bis 1874) in die Familie ein.

Aufstieg und Fall der MAB

Rasch entwickelte sich die MAB zur größten westdeutschen Brauerei und war 1908 mit 380 Beschäftigten einer der wichtigsten Arbeitgeber in Mainz. Der sich ab etwa 1960 verstärkende Wettbewerb unter den deutschen Brauereien führte zur Kooperation mit der Binding-Brauerei AG, Frankfurt am Main. Diese erwarb im Geschäftsjahr 1968/1969 die Aktienmehrheit an der MAB. 1982 stellte die MAB den Braubetrieb endgültig ein.

Wenig ist erhalten

Über einen Zeitraum von mehr als einhundert Jahren prägten die zunächst vom Architekten Ignaz Opfermann entworfenen Gebäude und Schornsteine der Brauerei das Mainzer Stadtbild. Trotz Bürgerprotesten wurden die Baulichkeiten einschließlich des architektonisch bedeutenden Direktionsgebäudes ab 1984 abgerissen. Auf dem ehemaligen Brauereigelände entstand bis 1990 ein attraktives Wohnquartier mit 454 Wohnungen.

Rheinische Garantiebank

Namensaktie aus der Emission vom 1. Mai 1924. Format: 29,4 cm x 20,8 cm mit einem Nennwert von 1.000 Reichsmark. Unterschrift des Vorstandsmitglieds (Dr. Leonhard) Fulda. Gedruckt bei E. M. Mayer, Mainz. Ausgestellt auf Herrn Heinrich Hartherz in Rüsselsheim. Auf den Nennbetrag der Aktie waren zunächst 250 RM einzuzahlen. Stempel für weitere Einzahlungen aus den Jahren 1935 und 1937. Stempel betreffen die Umfirmierung der Gesellschaft zum 1. Januar 1937 in Rheinische Garantie- und Kautions-Versicherungs AG. Auf der Rückseite Vermerke zur Übertragung der Aktie.

Geschäftsidee Kautionsversicherungen

Trotz schwieriger wirtschaftlicher Verhältnisse brachten der Mainzer Bankier Isaac Fulda (1868 bis 1943), Mitinhaber des gleichnamigen Bankhauses, einige Mainzer Kaufleute und ein Frankfurter Kreditinstitut den Mut auf und gründeten am 19. März 1923 die Rheinische Garantiebank Kautions-Versicherungs-Aktiengesellschaft in Mainz. Isaac Fulda verfolgte die Idee, im gesamten Deutschen Reich das Geschäft mit Kautionsversicherungen zu betreiben. Dabei steht das Versicherungsinstitut gegenüber Vertragspartnern seiner Kunden dafür ein, dass diese ihre vertraglichen Pflichten erfüllen. Verbreitet sind derartige Vereinbarungen im gewerblichen Bereich für geleistete Anzahlungen, die Verpflichtungen von Bauträgern zur Fertigstellung von Gebäuden und als Mietkautionen. Das war zur damaligen Zeit eine finanztechnische Innovation.

Firmengründer im Holocaust ermordet

Während der 1930er Jahre wirkte Isaac Fulda im Aufsichtsrat der Gesellschaft. Sein Sohn Dr. Leonhard Fulda und Willy Nill bildeten den Vorstand. Das nationalsozialistischen Regime drängten die beiden Fuldas aus ihren Funktionen. Isaac Fulda, seine Frau, ihre gemeinsame Tochter und eine Enkeltochter wurden 1943 im Vernichtungslager Sobibor ermordet.

Unternehmen besteht bis heute

Ab 1949 expandierte das Unternehmen bundesweit und erweiterte seine Tätigkeit schrittweise auf sämtliche Zweige der Kreditversicherung. Die weitere Entwicklung der Gesellschaft ist mit der erneuten Umfirmierung in Allgemeine Kreditversicherung AG und mehreren Wechseln im Kreis der Aktionäre verbunden. Seit 2002 gehört die Gesellschaft vollständig zur Coface, Paris. 2012 erfolgte die Verschmelzung mit der französischen Konzernmuttergesellschaft Coface S. A., Paris. Der heutige Firmensitz der deutschen Niederlassung befindet sich in der Isaac-Fulda-Allee, die ihm zu Ehren nach dem Unternehmensgründer benannt wurde.

Schönberger Cabinet Aktiengesellschaft

Inhaberaktie mit der Nummer 0145. Format: 29,7 cm x 21,0 cm. Ausgabe aus dem Januar 1939 im Nennwert von 1.000 Reichsmark. Die Emission umfasste 1.000 Aktien im Nennwert von jeweils 1.000 Reichsmark und belief sich damit auf den Betrag von 1.000.000 Reichsmark. Ein Stempelabdruck auf der Aktie weist auf die 1941 vorgenommene Umfirmierung in „Sektkellerei Alt-Mainz Aktiengesellschaft Mainz am Rhein“ hin.

Aufstieg zu einer der führenden deutschen Sektkellereien

Der Handel mit Weinen war im 19. Jahrhundert ein bedeutsamer Wirtschaftszweig in Mainz. Hier gründete Abraham Schönberger 1876 im Eisgrubweg 7 eine Weinhandlung. Sein ältere Sohn Eugen (1871 bis 1970) besuchte das Realgymnasium in Mainz und absolvierte anschließend eine kaufmännische Ausbildung. Er trat in das Geschäft seines Vaters ein und wurde 1902 zum Teilhaber ernannt. Sein jüngerer Bruder Arthur (1881 bis 1931) sammelte Erfahrungen mit der Herstellung von Champagner in Frankreich und stieg 1906 in das Familienunternehmen ein. Seitdem konzentrierte sich das Unternehmen ausschließlich auf die Herstellung von Sekt und Champagner. Produziert wurde in der Walpodenstraße 7, wo sich heute die Sektkellerei Goldhand befindet. 1922 wurde eine Familien-Aktiengesellschaft mit einem Kapital von 1.000.000 Reichsmark unter der Firma Schönberger Cabinet Aktiengesellschaft gegründet. Mit ihren hochwertigen Erzeugnissen entwickelte sie sich zu einem der umsatzstärksten Sekthäuser Deutschlands. Geschäftsbeziehungen reichten bis nach Großbritannien und Frankreich. Eugen Schönberger bekleidete Aufsichtsratsmandate bei französischen Champagnererzeugern und wirkte als ehrenamtlicher Handelsrichter in Mainz.

Verfolgung im Nationalsozialismus

Während der Pogrome im November 1938 wurde die Wohnung der Familie Schönberger verwüstet. Eugen Schönberger wurde gezwungen, sein Unternehmen an den Wiesbadener Weinhändler Wilhelm Ruthe zu verkaufen. Daraufhin emigrierte das Ehepaar Eugen und Edith Schönberger zunächst nach Frankreich und 1941 in die USA. Im Zuge eines Restitutionsverfahrens erlangte die Familie Schönberger 1948 die Rückübertragung ihres Unternehmens. Zu einer Wiederbelebung der Geschäftstätigkeit in der Nachkriegszeit kam es nicht.

Sektkellerei Alter Eickemeyer Aktiengesellschaft

Inhaberaktie mit der Nummer 1936 der Ausgabe vom 31. Juli 1923 im Nennwert von 1.000 Mark. Format: 25,2 cm x 18,7 cm. Die Emission umfasste 10.000 Aktien im Nennwert von jeweils 1.000 Mark und belief sich damit auf einen Gesamtbetrag von 10.000.000 Mark. Ein vollständiger Bogen mit zehn Gewinnanteilscheinen für die Jahre 1923/1924 bis 1932/1933 nebst Erneuerungsschein ergänzt die Aktie. Die Gewinnanteilscheine waren bei den als Zahlstellen fungierenden Kreditinstituten zur Auszahlung der Dividenden vorzulegen.

Mainzer Sektkellereien

Unter den in Mainz vertretenen Industriezweigen nahm die Lebensmittelindustrie einen bedeutenden Rang ein. Dazu gehörten mehrere Sektkellereien. Neben den herausragenden Unternehmerpersönlichkeiten Christian Adalbert Kupferberg und Otto Henkel war auf diesem Gewerbezweig die Firma Eickemeyer tätig. Neben der Herstellung von Schaumweinen betrieb sie den Handel mit Weinen und Spirituosen. Durch die 1923 vorgenommenen Umwandlung der C. Eickemeyer GmbH in eine Aktiengesellschaft sollte die Kapitalbasis verstärkt werden. Produziert wurde in der Adlergasse 8 in Finthen, der damals noch selbständigen Gemeinde, die im Juni 1969 in die Stadt Mainz eingemeindet wurde.

Der wirtschaftliche Absturz

Das in den 1920er Jahren wesentlich durch Inflationen geprägte Wirtschaftsklima wirkte sich negativ auf die Entwicklung der Gesellschaft aus. Weiterhin verstärkte sich die Konkurrenzsituation mit anderen deutschen Sektkellereien. So kam es im März 1929 zur Eröffnung eines Vergleichsverfahrens, das im Mai desselben Jahres zum Anschlusskonkurs führte. Eine Generalversammlung beschloss im August 1929 die Abwicklung der Gesellschaft.

Schuldverschreibung der Stadt Mainz

Inhaberurkunde im Nennwert von 2.000 Mark der Anleihe vom 1. Januar 1923 mit der Nummer 000917. Format: 18,3 cm x 36,4 cm.
Die Anleihe war mit 7 Prozent zu verzinsen und mit einem Aufschlag von 2 Prozent bis 1936 zu tilgen. Ein vollständiger Bogen von Zinsscheinen ergänzt das Dokument. Die halbjährlichen Zinsen waren am 2. Januar und 1. Juli eines Jahres gegen Abgabe der entsprechenden Zinsscheine bei den in den Bedingungen aufgeführten Banken sowie der Mainzer Stadtkasse zahlbar. Zur Absicherung der Anleihe war der Gaspreis stets in einer Höhe anzusetzen, dass die Überschüsse des Gaswerks die Bedienung der Anleihe ermöglichten. Dekorativ ausgestaltet ist die großformatige Urkunde mit Abbildungen des Mainzer Doppelrads in Hauptmotiv und Unterdruck. Das Dokument ist vom Mainzer Oberbürgermeister Dr. Karl Külb (1870 bis 1943) unterzeichnet. Er amtierte von 1919 bis 1931. In seine Amtszeit fielen die Umwandlung der Stadtumwallung in Bauland und 1930 die Eingemeindung von Bretzenheim, Weisenau, Ginsheim, Gustavsburg und Bischofsheim.

Verwendung der aufgenommenen Mittel

Das Anleihevolumen belief sich auf 140.000.000 Mark. Die aufgenommenen Mittel dienten ausschließlich zum Aus- und Umbau des städtischen Gaswerks. Den steigenden Gasbedarf konnte das 1855 in der Weisenauer Straße oberhalb des Winterhafens errichtete Werk nicht mehr decken. Deshalb wurde 1899 auf dem Industriegelände auf der Ingelheimer Aue ein neues Gaswerk gebaut. Hier bot sich ausreichend Platz für die erforderlichen großtechnischen Anlagen.

Werner & Mertz Aktiengesellschaft zu Mainz

Aktie aus der Emission vom 21. November 1924. Format: 29,6 cm x 21,3 cm. Der Nennbetrag des Wertpapiers beläuft sich auf ursprünglich 1.000 Reichsmark. Entsprechend den Regelungen zur Währungsreform aus dem Jahr 1948 erfolgte für die Aktie eine Umstellung im Verhältnis von 1:1 auf 1.000 Deutsche Mark.

Der Anfang von Erdal: Kerzen für Kirchen

Am 23. Oktober 1867 gründeten die Brüder Friedrich Christoph und Georg Werner die "Gebrüder Werner Wachswarenfabrik". Im Bleichenviertel in der Mittleren Bleiche 16 produzierten sie liturgische Kerzen und Siegellack. Unterschiedliche Ansichten über Kapitalausstattung und die Wachstumsstrategie für das Unternehmen führten zum Konflikt zwischen den Brüdern, in dessen Folge Georg Werner 1872 aus dem Unternehmen ausschied. Als neuer Gesellschafter wurde 1878 der vermögende Saarbrücker Kaufmann Georg Mertz aufgenommen. Daraufhin kam es zur Umfirmierung in Werner & Mertz. Nach dem frühen Tod von Georg Mertz übernahm 1887 dessen Schwager, der Chemiker Philipp Adam Schneider, die Anteile des Verstorbenen.

Was heißt Erdal?

Mit der bahnbrechenden Entwicklung einer auf Wachsbasis beruhenden Schuhcreme, die ab 1902 unter der Marke „Erdal“ vertrieben wurde, gelang dem Unternehmen der Durchbruch. 1905 schied die Familie Werner aus dem Unternehmen aus, das sich seitdem im Mehrheitsbesitz der Familie Schneider befindet. Nach mehreren Bränden und einer zeitweiligen Umsiedlung in die Erthalstraße (daher der Name „Erdal“) wurde der Betrieb in das Industriegebiet auf der Ingelheimer Aue verlegt.

Von einer Aktiengesellschaft zur GmbH

1921 erfolgte die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft. Die stetige Expansion war durch Erweiterung des Produktportfolios um industrielle Reinigungsmittel, den Erwerb des Herstellers der Zahnpasta „Blendax“ sowie die Erschließung ausländischer Märkte geprägt. Seit den 1950er Jahren entwickelte sich Werner & Mertz zum weltweit agierenden Chemieunternehmen. So belief sich der Konzernumsatz im Jahr 2024 auf 611 Mio. EUR, wobei konzernweit 1.169 Mitarbeiter beschäftigt wurden. Die Ära der Aktiengesellschaft endete 1959 mit der Umwandlung in die Rechtsform der Gesellschaft mit beschränkter Haftung.

Wertpapiere als Sammlungsobjekte

Historische Wertpapiere als Sammlungsobjekte

Unter dem Oberbegriff "Historische Wertpapiere" versteht man börsenwertlose Aktien oder Anleihen, die zahlungsunfähig geworden sind oder nicht mehr existieren. Sie werden daher im allgemeinen an den Börsen nicht mehr gehandelt und besitzen demnach auch keinen Börsenkurswert mehr. Unter diesem Aspekt werden Historische Wertpapiere auch als Nonvaleurs bezeichnet. Bis zum 19. Jahrhundert war die kunstvolle Gestaltung der Wertpapiere für die Firmen eine Möglichkeit Investoren anzusprechen. Dabei entstanden Kunstwerke, die den Anleger zum Kauf animieren sollten. Die Größe eines Wertpapiers ist recht unterschiedlich. Deutsche Aktien wurden bis in die 20er Jahre des 20. Jahrhunderts großformatig gefertigt; danach überwiegend im Format DIN A4. Als Sammelgebiet wurden Historische Wertpapiere erst Mitte der siebziger Jahre entdeckt und das bisherige „Altpapier“ wandelte sich zu einem Objekt der Sammelleidenschaft. In Deutschland gibt es ca. 10.000 – 12.000 Sammler. Historische Wertpapiere sind in erster Linie Liebhaberobjekte und der Wert ist eine Summe aus verschiedenen Einzelfaktoren, wie grafische und drucktechnische Gestaltung, Seltenheit, Alter, historischer Hintergrund und Erhaltungszustand. Zwischenzeitlich werden die meisten Käufe online abgewickelt, Raritäten und Unikate werden meist über Auktionen angeboten.

Aktien in DM und €

Ab Anfang der 1990er Jahre entstand das eigenständige Sammelgebiet der D-Mark-Aktien. Die Einführung des Euro führte zu einer starken Belebung, da hiermit ein abgeschlossener Zeitraum entstand. Dazu kommt, dass zu Firmen und Produkten der DM-Zeit mehr Bezug und Berührungspunkte bestehen. Alle späteren Wertpapiere in EUR oder Stückaktien sind ebenfalls hier eingegliedert. Der Druck von effektiven Aktienurkunden hat seit Mitte der 1990er Jahre stark nachgelassen. Mehr noch hat die neue Währung EUR und damit verbundene Nennwertumstellung dazu geführt, dass die meisten deutschen Aktiengesellschaften die Einzelurkunden abgeschafft haben.

Der Schatz aus dem Tresor der Reichsbank

Im Tresorraum der Reichsbank wurden ab 1942 u.a. sämtliche Wertpapiere gelagert. Ca. 29 Mio. Wertpapiere überstanden so den Krieg nahezu unbeschadet. Nach der Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 gingen die Bestände der meisten bis 1945 ausgegebenen Wertpapiere in das Eigentum des Bundesamtes zur Regelung offener Vermögensfragen(BARoV)über. In fünf Auktionen, die von 2003 – 2009 in Berlin stattfanden, wurden die fast 15.000 Emissionen der deutschen Wertpapiere des Reichsbank-Schatzes versteigert. Im Vorfeld der Auktionen erfolgte eine Lochentwertung der Wertpapiere. Schätzungen zufolge gab es etwa 30.000 verschiedene deutsche Historische Wertpapiere außerhalb des Reichsbank-Schatzes; davon sind etwa 7.500 DM-Stücke. Die Anzahl der unbekannten Emissionen des Reichsbank-Schatzes betrug über 10.000 Emissionen.